Lexikon A–Z nach Themen sortiert
Das Lexikon enthält kurze Begriffserklärungen. Die wichtigsten Versicherungsbegriffe von A bis Z – kurz erklärt und thematisch geordnet, damit Sie schneller finden, was Sie suchen.
Allgemeine Vertragsbegriffe
Versicherungsnehmer
Der Versicherungsnehmer ist Vertragspartner des Versicherers. Er zahlt die Beiträge und ist für vertragliche Pflichten verantwortlich.
Versicherte Person
Die versicherte Person ist die Person, auf deren Leben, Gesundheit oder Risiko sich der Versicherungsschutz bezieht.
Versicherer
Der Versicherer ist das Unternehmen, das den Versicherungsschutz übernimmt.
Makler
Ein Versicherungsmakler ist nicht an einen einzelnen Versicherer gebunden und vermittelt auf Basis eines Maklerauftrags.
Vertreter
Ein Versicherungsvertreter vermittelt in der Regel im Auftrag eines oder mehrerer Versicherer.
Courtage
Courtage ist eine Vergütung, die ein Makler für Vermittlung oder Betreuung erhalten kann.
Police
Police ist ein anderes Wort für Versicherungsschein. Sie enthält die wichtigsten Vertragsdaten und sollte zusammen mit Bedingungen und Nachträgen aufbewahrt werden.
Versicherungsschein
Der Versicherungsschein dokumentiert die wichtigsten Vertragsdaten und wird häufig auch Police genannt.
Allgemeine Versicherungsbedingungen
Allgemeine Versicherungsbedingungen, kurz AVB, sind die grundlegenden Regeln eines Versicherungsvertrags. Sie beschreiben Leistungen, Ausschlüsse, Pflichten und Verfahren.
Besondere Versicherungsbedingungen
Besondere Versicherungsbedingungen ergänzen oder konkretisieren die allgemeinen Bedingungen für bestimmte Tarife, Bausteine oder Risiken.
Nachtrag
Ein Nachtrag dokumentiert eine Änderung am bestehenden Vertrag, etwa Beitrag, Adresse, Versicherungssumme oder Leistungsumfang.
Hauptfälligkeit
Die Hauptfälligkeit ist der regelmäßige Termin, zu dem ein Versicherungsjahr beginnt oder der Beitrag fällig wird. Sie ist häufig für Kündigungsfristen wichtig.
Kündigungsfrist
Die Kündigungsfrist legt fest, bis wann ein Vertrag gekündigt werden muss, damit er zu einem bestimmten Termin endet.
Sonderkündigungsrecht
Ein Sonderkündigungsrecht erlaubt unter bestimmten Voraussetzungen eine außerordentliche Kündigung, etwa nach Beitragserhöhung oder Schadenfall.
Versicherungsbeginn
Der Versicherungsbeginn ist das Datum, ab dem der Vertrag beginnen soll. Der volle Leistungsanspruch kann trotzdem von Wartezeiten oder weiteren Voraussetzungen abhängen.
Leistungsbeginn
Der Leistungsbeginn beschreibt den Zeitpunkt, ab dem bestimmte Leistungen tatsächlich beansprucht werden können.
Bestandsvertrag
Ein Bestandsvertrag ist ein bereits bestehender Versicherungsvertrag.
Neuvertrag
Ein Neuvertrag ist ein neu abgeschlossener Versicherungsvertrag mit aktuellen Bedingungen.
Tarifgeneration
Eine Tarifgeneration bezeichnet eine bestimmte Tariffassung, die sich von neueren oder älteren Versionen unterscheiden kann.
Obliegenheiten
Obliegenheiten sind Pflichten des Versicherungsnehmers, etwa Schadenmeldung, Sicherungspflichten oder wahrheitsgemäße Angaben.
Beiträge, Werte & Summen
Beitragsanpassung
Eine Beitragsanpassung ist eine Änderung des Beitrags aufgrund veränderter Kalkulation, Werte oder Risiken.
Beitragsdynamik
Eine Beitragsdynamik erhöht Beitrag und Leistung regelmäßig nach einer vereinbarten Regel.
Dynamik
Eine Dynamik erhöht Beitrag und Leistung regelmäßig, häufig ohne neue Gesundheitsprüfung. Sie soll Kaufkraftverlust ausgleichen.
Selbstbeteiligung
Die Selbstbeteiligung ist der Anteil, den Versicherte im Schaden- oder Leistungsfall selbst tragen.
Deckungssumme
Die Deckungssumme ist der maximale Betrag, bis zu dem ein Versicherer im Schadenfall leistet.
Versicherungssumme
Die Versicherungssumme ist der Betrag, bis zu dem der Versicherer maximal leistet.
Versicherungswert
Der Versicherungswert ist der tatsächliche Wert der versicherten Sache oder des versicherten Interesses.
Unterversicherung
Unterversicherung liegt vor, wenn die Versicherungssumme niedriger ist als der tatsächliche Wert.
Unterversicherungsverzicht
Beim Unterversicherungsverzicht verzichtet der Versicherer unter bestimmten Voraussetzungen auf den Einwand der Unterversicherung.
Neuwert
Der Neuwert ist der Betrag, der nötig ist, um eine Sache gleicher Art und Güte neu anzuschaffen.
Zeitwert
Der Zeitwert ist der Wert einer Sache unter Berücksichtigung von Alter, Abnutzung und Zustand.
Wiederbeschaffungswert
Der Wiederbeschaffungswert ist der Betrag, der nötig ist, um eine gleichwertige Sache wiederzubeschaffen.
Jahreshöchstleistung
Die Jahreshöchstleistung begrenzt, wie viel ein Versicherer innerhalb eines Versicherungsjahres für bestimmte Leistungen zahlt.
Summenbegrenzung
Eine Summenbegrenzung begrenzt die Leistung für bestimmte Bereiche, auch wenn die allgemeine Versicherungssumme höher ist.
Sublimit
Ein Sublimit ist eine Untergrenze innerhalb der Versicherungssumme für bestimmte Risiken oder Leistungsarten.
Abschlusskosten
Abschlusskosten entstehen beim Zustandekommen eines Versicherungsvertrags und können in Beiträgen einkalkuliert sein.
Verwaltungskosten
Verwaltungskosten sind Kosten für die laufende Betreuung und Verwaltung eines Vertrags.
Schaden & Leistung
Schadenfall
Ein Schadenfall ist ein Ereignis, bei dem ein versicherter Schaden eingetreten sein kann.
Versicherungsfall
Der Versicherungsfall ist das Ereignis, das nach den Bedingungen eine Leistungspflicht auslösen kann.
Leistungsfall
Ein Leistungsfall ist ein Ereignis, bei dem ein Anspruch auf Versicherungsleistung entstehen kann.
Schadenmeldung
Die Schadenmeldung ist die Mitteilung eines eingetretenen Schadens an den Versicherer.
Schadenregulierung
Schadenregulierung beschreibt die Prüfung und Abwicklung eines Schadenfalls durch den Versicherer.
Schadenminderungspflicht
Die Schadenminderungspflicht verlangt, dass Versicherte zumutbare Maßnahmen ergreifen, um einen Schaden nicht größer werden zu lassen.
Regress
Regress bedeutet, dass ein Versicherer oder Geschädigter gezahlte Beträge von einer verantwortlichen Person zurückfordert.
Gutachter
Ein Gutachter kann Schäden, Ursachen oder Werte fachlich beurteilen.
Kostenvoranschlag
Ein Kostenvoranschlag schätzt die voraussichtlichen Reparatur- oder Wiederherstellungskosten.
Reparaturfreigabe
Eine Reparaturfreigabe ist die Zustimmung des Versicherers, eine Reparatur auf Basis der Schadenprüfung durchführen zu lassen.
Totalschaden
Ein Totalschaden liegt vor, wenn eine Reparatur technisch oder wirtschaftlich nicht sinnvoll ist.
Teilschaden
Ein Teilschaden betrifft nur einen Teil der versicherten Sache.
Wiederherstellungskosten
Wiederherstellungskosten sind Kosten, die nötig sind, um einen beschädigten Zustand wiederherzustellen.
Aufräumkosten
Aufräumkosten sind Kosten zur Beseitigung beschädigter Sachen oder Gebäudeteile nach einem Schaden.
Bewegungs- und Schutzkosten
Bewegungs- und Schutzkosten entstehen, wenn Sachen bewegt oder geschützt werden müssen, um eine Reparatur oder Wiederherstellung zu ermöglichen.
Grobe Fahrlässigkeit
Grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn naheliegende Sorgfaltspflichten in besonders schwerem Maße verletzt werden.
Eigenschaden
Ein Eigenschaden ist ein Schaden, der beim Versicherungsnehmer selbst entsteht.
Drittschaden
Ein Drittschaden ist ein Schaden, der bei einer anderen Person oder einem anderen Unternehmen entsteht.
Gesundheit & Risikoprüfung
Gesundheitsfragen
Gesundheitsfragen dienen der Risikoprüfung. Sie müssen im gefragten Umfang vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden.
Gesundheitsprüfung
Die Gesundheitsprüfung ist die Bewertung gesundheitlicher Angaben vor Vertragsabschluss.
Risikoprüfung
Die Risikoprüfung ist die Bewertung eines Antrags durch den Versicherer. Ergebnis kann normale Annahme, Zuschlag, Ausschluss oder Ablehnung sein.
Risikovoranfrage
Eine Risikovoranfrage dient dazu, vor einem Antrag unverbindlich zu prüfen, wie Versicherer ein Risiko einschätzen könnten.
Vorerkrankung
Eine Vorerkrankung ist eine gesundheitliche Vorgeschichte, die für die Risikoprüfung relevant sein kann.
Arztanfrage
Eine Arztanfrage ist eine Rückfrage des Versicherers bei behandelnden Ärzten, sofern eine entsprechende Einwilligung vorliegt.
Befundbericht
Ein Befundbericht fasst medizinische Befunde, Diagnosen und Behandlungen zusammen.
Schweigepflichtentbindung
Eine Schweigepflichtentbindung erlaubt es dem Versicherer, bei Ärzten oder Stellen Informationen einzuholen.
Risikozuschlag
Ein Risikozuschlag ist ein Mehrbeitrag wegen eines erhöhten Risikos, etwa durch Vorerkrankungen, Beruf oder Hobby.
Leistungsausschluss
Ein Leistungsausschluss nimmt bestimmte Risiken vom Versicherungsschutz aus.
Ausschluss
Ein Ausschluss bedeutet, dass bestimmte Risiken, Erkrankungen oder Schäden nicht versichert sind. Ausschlüsse können allgemein in Bedingungen stehen oder individuell vereinbart werden.
Zurückstellung
Eine Zurückstellung bedeutet, dass ein Versicherer eine Annahmeentscheidung auf einen späteren Zeitpunkt verschiebt.
Anwartschaft
Eine Anwartschaft sichert das Recht, einen Vertrag später wieder aufleben zu lassen oder fortzuführen. Sie kommt besonders in der privaten Krankenversicherung vor.
Berufsunfähigkeit
Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die zuletzt ausgeübte berufliche Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich längerfristig nicht mehr ausgeübt werden kann.
Erwerbsunfähigkeit
Erwerbsunfähigkeit bezieht sich darauf, ob jemand überhaupt noch einer Erwerbstätigkeit nachgehen kann. Sie ist enger als Berufsunfähigkeit.
Sachversicherung
Allgefahrendeckung
Eine Allgefahrendeckung versichert grundsätzlich unvorhergesehene Schäden, sofern sie nicht ausdrücklich ausgeschlossen sind.
Benannte Gefahren
Benannte Gefahren sind ausdrücklich aufgezählte Risiken wie Feuer, Leitungswasser, Sturm oder Einbruchdiebstahl.
Risikoort
Der Risikoort ist der Ort, an dem das versicherte Risiko besteht, etwa Wohnung, Betriebsstätte oder Gebäude.
Versicherungsort
Der Versicherungsort beschreibt den räumlichen Bereich, in dem der Versicherungsschutz für bestimmte Sachen gilt.
Forderungsausfalldeckung
Die Forderungsausfalldeckung kann helfen, wenn Ihnen jemand einen Schaden zufügt, aber selbst nicht zahlen kann.
Pflege
Pflegegrad
Der Pflegegrad beschreibt den Grad der Selbstständigkeit und den Unterstützungsbedarf einer Person.
Pflegesachleistung
Pflegesachleistung ist eine Leistung für professionelle häusliche Pflege durch zugelassene Pflegedienste.
Kombinationsleistung
Bei der Pflege-Kombinationsleistung werden Pflegegeld und Pflegesachleistung kombiniert.
Entlastungsbetrag
Der Entlastungsbetrag ist eine Pflegeleistung für bestimmte Unterstützungsangebote im Alltag. Er wird zweckgebunden verwendet.
Gewerbeversicherung
Rohertrag
Der Rohertrag ist in der Betriebsunterbrechungsversicherung eine wichtige Grundlage zur Ermittlung des versicherbaren Ertragsausfalls.
Haftzeit
Die Haftzeit legt fest, wie lange ein Versicherer bei einer Betriebsunterbrechung für den Ausfall leisten kann.
Rückwirkung
Rückwirkung bedeutet, dass Versicherungsschutz unter bestimmten Bedingungen auch für Ereignisse vor Vertragsbeginn relevant sein kann. Das ist vor allem bei Haftpflicht- oder Vermögensschadenrisiken wichtig.
Nachhaftung
Nachhaftung bedeutet, dass ein Vertrag noch für bestimmte Ansprüche nach Vertragsende Schutz bieten kann, wenn die Ursache in der versicherten Zeit lag.
Rückrufkosten
Rückrufkosten entstehen, wenn fehlerhafte Produkte zurückgerufen werden müssen.
Tätigkeitsschaden
Ein Tätigkeitsschaden entsteht an Sachen, an denen unmittelbar gearbeitet wurde.
Bearbeitungsschaden
Ein Bearbeitungsschaden ist ein Schaden an einer Sache während ihrer Bearbeitung.
Obhutsschaden
Ein Obhutsschaden betrifft fremde Sachen, die sich in der Obhut des Versicherungsnehmers befinden.
Ertragsausfall
Ertragsausfall ist ein wirtschaftlicher Verlust, wenn ein Betrieb wegen eines Schadens nicht normal arbeiten kann.
Warenlager
Das Warenlager umfasst Waren und Vorräte eines Betriebs und ist für Geschäftsinhalts- und Betriebsunterbrechungsversicherungen relevant.
Altersvorsorge
Rentenfaktor
Der Rentenfaktor beschreibt, wie viel monatliche Rente aus einem bestimmten Vertragsguthaben entstehen kann.
Kapitalwahlrecht
Das Kapitalwahlrecht erlaubt, statt einer Rente eine Kapitalzahlung zu wählen, wenn der Vertrag das vorsieht.
Rückkaufswert
Der Rückkaufswert ist der Betrag, der bei Kündigung bestimmter Lebens- oder Rentenversicherungen ausgezahlt werden kann.
Beitragsfreistellung
Bei einer Beitragsfreistellung wird ein Vertrag ohne weitere Beitragszahlung mit reduzierter Leistung fortgeführt.
Beitragsrückerstattung
Eine Beitragsrückerstattung kann gezahlt werden, wenn in einem Zeitraum keine Leistungen eingereicht werden. Sie ist vor allem in der PKV relevant.
Rechtsschutz
Deckungszusage
Die Deckungszusage ist die Bestätigung des Rechtsschutzversicherers, dass er für einen konkreten Fall Kosten übernimmt.
Stichentscheid
Der Stichentscheid ist eine Möglichkeit im Rechtsschutz, bei Meinungsverschiedenheiten über Erfolgsaussichten eine anwaltliche Einschätzung einzuholen.
Mediation
Mediation ist ein Verfahren zur außergerichtlichen Konfliktlösung mit Unterstützung einer neutralen dritten Person.
Weitere Begriffe
Arbeitgeberzuschuss
Der Arbeitgeberzuschuss ist ein Zuschuss des Arbeitgebers zur Kranken- und Pflegeversicherung. In der PKV ist er begrenzt und hängt vom tatsächlichen Beitrag und gesetzlichen Höchstwerten ab.
Beitragsbemessungsgrenze
Die Beitragsbemessungsgrenze begrenzt das Einkommen, bis zu dem Beiträge in der Sozialversicherung berechnet werden.
Gefahrerhöhung
Eine Gefahrerhöhung liegt vor, wenn sich das versicherte Risiko nach Vertragsabschluss erhöht. Je nach Vertrag muss sie gemeldet werden.
Karenzzeit
Die Karenzzeit ist der Zeitraum zwischen Eintritt eines Leistungsfalls und Beginn der Versicherungsleistung.
Nachversicherungsgarantie
Eine Nachversicherungsgarantie erlaubt es, den Schutz bei bestimmten Ereignissen zu erhöhen, häufig ohne neue Gesundheitsprüfung.
Wartezeit
Eine Wartezeit ist ein Zeitraum nach Vertragsbeginn, in dem für bestimmte Leistungen noch kein oder nur eingeschränkter Schutz besteht.
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